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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 10.11.2025 04:36 - vor 3 Monaten, 1 Woche
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Bei allen Fortschritten, die China gemacht hat in den letzten 20 Jahren, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Hauruck-Bauwerke, oftmals erstellt unter Missachtung sämtlicher Bürger- und Menschenrechte, eine lange Nutzungsdauer haben werden. Zumal ich sehr froh bin, dass das hierzulande nicht möglich ist, einfach mal so 2 Millionen Menschen zwangsumzusiedeln. Ja, manchmal schießen wir über das Ziel hinaus, das liegt uns Deutschen wohl im Blut, aber besser als andersrum.
Was unsere Brücken angeht, auch die heute als Fehlkonstruktion angepriesenen Bauwerke wurden zu Ihrer Zeit konform zu völlig anderen Voraussetzungen gebaut. Da muss ich eher von einer Fehlnutzung sprechen. Ich kann auch nicht dauerhaft 2to in einem 750kg Baumarktanhänger packen und nachher den Hersteller beschuldigen, wenn der kaputt geht.
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Letzte Änderung: 10.11.2025 04:38 von schrubber.
Kermit on Tour!
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 10.11.2025 08:19 - vor 3 Monaten, 1 Woche
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Ich bin mir sicher, dass du bei der prognostizierten Lebensdauer daneben liegst. Eine der größten Fehleinschätzungen gegenüber China besteht nach wie vor darin, unterbewusst weiter die Vokabel "Chinaschrott" im Kopf zu haben.
Wo ich dir Recht gebe, ist bei den Methoden, wie über die Köpfe der Menschen hinweg gebaut wird.
Den Einwand mit der zur Bauzeit nicht vorhersehbaren Belastung lasse ich nur bedingt gelten. Da kommt nämlich im Gegenzug sehr erschwerend dazu, dass man die Wartung vieler Brücken sträflich verschlafen hat, mit dem "Erfolg", dass nur noch ein Abriss und Neubau als Option übrig bleibt.
Sehr häufig ist es nicht das Belastungsproblem, sondern Umwelteinflüsse bereiteten vielen Brücken den Garaus. Ein Problem, das man mit rechtzeitiger Wartung häufig in den Griff bekommen hätte bzw. die Lebensdauer dadurch deutlich länger gewesen wäre. Aber unser ganzes Land wurde doch jahrzehntelang durchgängig auf Verschleiß gefahren.
eppf
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 10.11.2025 15:59 - vor 3 Monaten, 1 Woche
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Der Aufbau Ost hat sein Opfer im Westen gefordert, da stimme ich zu. Es war eine unwahrscheinliche Herausforderung für unser Land, die Infrastruktur in den beiden ehemaligen Landesteilen anzugleichen. Dabei ist die Waage wohl in die falsche Richtung "gerutscht".
Was die Haltedauer der chinesischen Bauwerke angeht, es gibt durchaus Berichte, bspw. von den chinesischen Schnellfahrstrecken, die besagen, dass bspw. minderwertiger Beton verbaut, an Material gespart und der Boden nicht richtig vorbeitet wurde. Das führe ich durchaus auf die kurze Bauzeit zurück. Auch bei anderen Projekten zeigen sich Qualitätsprobleme, z.B. in der Rüstung, beim Brückenbau (wo Brücken kurz nach Eröffnung einstürzten), schnell auftretende Risse im Asphalt neuer Straßen, Bodensenkungen, weil man das Grundwasser übermäßig abpumpen muss, große Probleme mit kleinen Staudämmen aufgrund mangelnder Qualität und Bauasführung... Gerade im Freizeitparkbereich, wo viel und schnell gebaut wird, bekommt man mit, dass große Bahnen schon nach kurzer Zeit Probleme machen und geschlossen werden müssen. Das führt dann zu so absurden Regeln, dass Achterbahnen nach 20 Jahren Betriebszeit neu gebaut werden müssen. Hierzulande stehen vergleichbare Anlagen 40 Jahre und mehr. Ich brauche keine schnellen Chinaprojekte in unserem Land.
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Letzte Änderung: 10.11.2025 16:03 von schrubber.
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 10.11.2025 17:00 - vor 3 Monaten, 1 Woche
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Man sollte sich aber auch bewusst sein, dass die Schnelligkeit in China nicht zuletzt auch daher kommt, weil man eine angefangene Baustelle auch ohne Unterbrechungen fertig bauen will.
Bei uns fängt man mit einer Baukapazität, die für die Bewältigung von X Baustellen ausreicht, locker 2 mal X oder sogar 3 mal X Baustellen gleichzeitig an.
Was man hierzulande an Baustellen sieht, wo nichts, aber auch gar nichts weitergeht, das ist schon eine Hausnummer.
Wenn ich z.B. lese, dass die Sanierung des 280m langen Tunnel Gräfelfing unter dem Bahnhof Lochham (bei München) noch bis Ende 2027 dauern soll, dann ist das ein bautechnischer Offenbarungseid.
Oder wenn ich mir die Baustelle bei der Auffahrt zur A96 in Sendling ansehe. Diese sollte nach Plan von Anfang Februar bis August dauern. Jetzt spricht man schon vom Jahresende.
Bei uns bekommt man nichts mehr in angemessener Zeit auf die Reihe und bei den beiden o.g. Beispielen liegt es garantiert nicht daran, dass deshalb nichts weitergeht, weil man eine Haselmaus gefunden hat.
eppf
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 10.11.2025 17:09 - vor 3 Monaten, 1 Woche
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schrubber schrieb:
Der Aufbau Ost hat sein Opfer im Westen gefordert, da stimme ich zu. Es war eine unwahrscheinliche Herausforderung für unser Land, die Infrastruktur in den beiden ehemaligen Landesteilen anzugleichen. Dabei ist die Waage wohl in die falsche Richtung "gerutscht".Dann komm mal in den Osten. Befahr mal die kleinen Innenstädte.
Dagegen wurde gerade jetzt bei uns die B81 innerorts erneuert, bei intaktem Zustand. Ebenfalls die B81 zwischen Wilhelmshöhe und Halberstadt. Die erneuerte Oberfläche wurde verschlimmbessert.
Ich glaube, die ostdeutsche Planwirtschaft wurde in die alten Bundesländer exportiert. Diese Strecken sind im Plan und dann müssen sie auch daran glauben und erneuert werde. Ebenfalls die jetzige A36.
Unsere Anwohnerstraße wurde ca. 1970 in Eigenregie der Anwohner "hergestellt". Auf eine nicht im Untergrund verfestigte Straße, wurde eine unter 5cm dicke Braunkohlenbitumen Schicht aufgebracht. Bis heute ist sie geflickt und wird aktiv von Ampelumfahrern genutzt.
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Prius II Facl. 09.2006
Prius III Vorfl. 12.2009
Prius IV Vorfl. 05.2016
Meine Hybridvergangenheit anno 1956, damaliger Antrieb: Muskel-Benzin, Systemleistung 1,5 PS.
Damals, kein TÜV, keine ASU, keine ABE, kein Führerschein.
PRIUS fahn is wi wennze fliechst!
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 10.11.2025 17:18 - vor 3 Monaten, 1 Woche
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Ja, wir könnten sicher auch haltbar bauen wie die "alten Römer", aber das würde x-fach höhere Kosten verursachen. Trotz "Sondervermögen" wird das Geld knapp bleiben und nur fürs Notwendigste reichen.
Gruß Thorsten
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Prius II, 07/2005, SOL, silber, 350tkm (Stand 09/2025)
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 10.11.2025 23:20 - vor 3 Monaten
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schrubber schrieb:
Der Aufbau Ost hat sein Opfer im Westen gefordert
Nein, das ist ein von Helmut Kohl und seinen Gesinnungsgenossen gern verbreitetes Märchen, um von selbst verschuldeten Problemen (und wahrscheinlich auch Korruption) abzulenken.
Ich werfe mal einen Satz in den Raum, und den läßt bitte jeder erst mal 5 Sekunden wirken:
Ein Gemeinschaftswerk "Aufbau Ost" hat es nie gegeben! Die immer und immer wieder erzählte Geschichte davon ist ein Märchen.
Puh, das hat sicher erst mal gesessen!
Wie komme ich darauf?
Ich habe im Augenblick nicht die Zahlen mit Fundstellen zur Hand. Ich hatte sie aber mal, aus der Märchenstube über den "Aufbau Ost" im Spiegel. Der wesentliche Inhalt blieb in meinem Kopf hängen. Danach wurde durch die gesamten 1990er Jahre hindurch jede 5. Steuermark (rd. 20 % des Bundeshaushaltes) "in" den neuen Bundesländern ausgegeben, obwohl zu diesem Zeitpunkt die ostdeutsche Bevölkerung MEHR als 20 % der Gesamtbevölkerung ausmachte!
Von damals 80 Mio. Deutschen waren (damals noch) über 17 Mio. ÜBER 20 %, auf einem Gebiet, das wesentlich größer als 20 % Gesamtdeutschlands ist und gleichzeitig wirtschaftlich schwächer.
Was heißt das?
In den 1990er Jahren hat noch nicht mal der Länderfinanzausgleich dahingehend geklappt, daß der wirtschaftlich schwächere Teil Deutschlands PRO EINWOHNER wenigstens die gleichen Investitionen in Infrastruktur und Ausgaben erfährt wie die Teile Deutschlands, in denen 40 Jahre lang investiert werden konnte und die Wirtschaft lief - nein, es war pro Einwohner sogar noch WENIGER und pro Flächeneinheit bei gleichzeitig schwächerer Infrastruktur VIEL WENIGER!
Von diesem "viel weniger" müssen wir leider nochmals Abzüge machen:
- für in den alten Bundesländern wohnende, aber im Osten arbeitende öffentlich Bedienstete/Beamte, die aus den Haushalten der neuen Länder bezahlt wurden,
- die rd. 30 % höheren Bezüge für diese Personengruppe gegenüber ihren Kollegen vor Ort bei gleichzeitig mehreren Stunden pro Woche kürzerer Arbeitszeit und mehreren Tagen mehr Urlaub pro Jahr,
- für o.g. Personengruppe obendrauf noch das "Buschgeld" und die Regierungsflieger für den Wäschewechsel am Wochenende,
- die aus den Haushalten der Länder zu bezahlenden Renten- und Pensionsansprüche für diese Personengruppen, die gleich wieder in die alten Bundesländer abfließen,
- die bis zu zweistelligen Milliardensummen an Fördermitteln für in den alten Bundesländern sitzenden Firmen, wenn Ostbetriebe für DM 1,- "übernommen" wurden
sowie
- der Abfluß an Steuermitteln durch a) Hauptsitz von Firmen in den alten Bundesländern und b) Ausführung von Aufträgen fast ausschließlich durch Firmen in den alten Bundesländern.
Und da das Weniger an öffentlichen Ausgaben pro Einwohner im wirtschaftlich schwächeren Teil Deutschlands noch nicht ausreichte, hat man auch der "Übernahme" von Firmen zugestimmt, um sie a) ausschließlich zu schließen (Kali + Salz hat den gesamten ostdeutschen Salzbergbau übernommen; seit ca. 30 Jahren kommt kein einziger Krümel Straßensalz mehr aus den neuen Bundesländern) oder um b) Patente zu bekommen (Narva mit einer 10.000-Stunden-Glühlampe und der ostdeutsche Motorenbau, der schon Jahrzehnte vor VAG und Mercedes-Benz Common-Rail-Diesel baute).
Daraus ergeben sich für mich 3 Fragen:
1. Wo blieb das Geld in den alten Bundesländern ab 1990, wenn es nur einen unvollständigen Länderfinanzausgleich gab?
2. Wie war es ab 1990 mit WENIGER Investitionen pro Einwohner und VIEL WENIGER Investitionen pro Flächeneinheit UND dem Rauswerfen hunderter Milliarden durch die Treuhand (auch von Ländergeld durch langjährige Steuergeschenke) möglich, in fast allen ostdeutschen Kommunen Wasserwerke und Abwasserbehandlung sowie Straßen zu bauen?
3. Warum haben wir trotzdem in Ost und West eine derart marode Infrastruktur?
Wo bleibt das Geld??? So viel kann die Ukraine gar nicht verballern, als das bei einer mindestens oberflächlichen Prüfung pro Jahr trotzdem Dutzende oder hunderte Milliarden fehlen! Das reicht auch nicht zum Durchfüttern von Syrern.
Zusätzlich gab es noch Griffe in die Kranken-, Renten, und Arbeitslosenkassen!
Irgendwo bleibt das Geld. Aber wo?
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Letzte Änderung: 10.11.2025 23:30 von autogasprius_berlin.
seit 07/20 ohne Autogas und ohne Prius unterwegs
Hybrid-Historie:
Yaris Style Selection White seit 07/20
Prius II, 03/07 bis 10/20, EXE, silber, ab km-Stand 42.000 auch auf LPG, hat immerhin 382.160 km gehalten
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 11.11.2025 04:20 - vor 3 Monaten
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Es gehört nicht direkt hier her, aber es ist bezeichnend und betrifft wohl die L865:
Einsturzgefährdete Tiefgarage: Maßnahmen werden vorgezogen
Die Stadt Oldenburg befürchtet, dass eine Tiefgarage unter einer vierspurigen Hauptverkehrsstraße einstürzt. Es bestehe akute Gefahr. Stabilisierungsmaßnahmen sollen schnellstmöglich umgesetzt werden. Jetzt hat die Stadt reagiert.
[...]
"Dass die Tiefgarage am Stadtmuseum sanierungsbedürftig ist, ist der Stadtverwaltung, der Politik und der Öffentlichkeit seit Jahren bekannt und wurde und wird stets offen kommuniziert", sagte Stadtrat Denckmann. Auch die angrenzende Bebauung sei gefährdet, teilte die Stadt Oldenburg mit.
www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/ein...,tiefgarage-108.html
LG
Klaus
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KSR1
Moderator
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 11.11.2025 05:53 - vor 3 Monaten
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Zum "Aufbau Ost" kurz aus meiner Sicht, in der 1. Hälfte der 90er bei der Bundesbehörde "Deutsche Bundespost" im Fernmeldewesen beschäftigt:
geschätzt 1/3 der Kollegen wurden zur Unterstützung in den Osten abgezogen, ich war im nordwestlichen Dunstkreis FfM stationiert. Zunächst im Außendienst bedeutete das, "von heute auf morgen" die Aufträge der fehlenden Kollegen mit machen, so "nebenbei". Material aber auch Werkzeuge und Geräte gingen natürlich mit in den Osten. Es gab z.B. spezielle Prüfgeräte, die nur 1 mal im Team vorhanden waren. Dann mußte ich halt 10 km ins Nachbarstädtchen fahren und mich dort mit einem Kollegen verabreden, statt mir das Gerät von meinem Kollegen beim ohnehin stattfindenden Meeting geben zu lassen. Später war ich in der Materialwirtschaft in der man die Auswirkungen ähnlich spürte.
Vor gut 10 Jahren sind wir von Koblenz an die Saale nach Halle gefahren. "Hinter Fulda" fuhren wir auf einer fast leeren, "neu" aussehenden und dreispurigen Autobahn. Ich glaube es war die A4 zwischen Bad Hersfeld und Erfurt. Während bei uns rund 5 Jahre später die ersten Autobahnbrücken einstürzten bzw. gesperrt und abgerissen werden mußten. Dafür sind zwar aus meiner Sicht die späteren Regierungen Merkel und ggf. Schröder verantwortlich. Aber so ist das, man sieht 2 Bilder und stellt in seinem Verständnis einen kausalen Zusammenhang her.
Das kennen wir aus dem Bereich Erneuerbare Energien und Ausbau der Stromnetze auch: Erfordernisse sind mitunter 20 Jahre bekannt. Solar und Windkraft waren schon am Anlaufen, man hat es abgewürgt. Aus meiner Sicht ist die Schuldenbremse kein gutes Instrument. Zumindest nicht, weil es sich als Investitionsbremse wirkt. Wenn das Dach am Haus undicht ist, muß es gemacht werden, unabhängig davon, ob man dafür einen Kredit braucht. Kein, so unterstelle ich mal, privater Hausbesitzer würde es 2 Jahre rein regnen lassen, weil es halt nicht ins Jahresbudget passt. Man holt sich Schimmel und Fäulnis ins Haus und darunter liegende Stockwerke sind nicht selten auch betroffen. Aus meiner Sicht das größte Problem der vergangenen Ampel Regierung: In anderen Ländern wurde investiert, am Bekanntesten vermutlich Bidens IRA, Inflation Reduction Act. Und sie haben teilweise verwundert nach Deutschland gesehen, wo ein gelber Finanzminister auf dem Geldsack saß.
LG
Klaus
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KSR1
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 11.11.2025 06:35 - vor 3 Monaten
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autogasprius_berlin schrieb:
[b]
Irgendwo bleibt das Geld. Aber wo?
Du holst sehr weit aus und bringst noch Aspekte ins Spiel, die wenig mit der Infrastruktur zu tun haben, weil es schlicht unterschiedliche Zuständigkeiten und Steuertöpfe betrifft. Natürlich muss man sich die Frage stellen, wo die Milliarden verblieben sind. Für meinen Teil schaue ich mir die großen Städte wie Leipzig oder Dresden an, was dort in den letzten 30 Jahren entstanden ist. Da verblasst so manche westdeutsche Stadt, die seit 1990 im Niedergang befindlich ist, vor Neid. Deren Bürger haben auch brav ihren Soli gezahlt, sofern erwerbstätig. Dass es im Osten, vor allem auf dem Land, ganz anders aussieht, das weiß ich, haben wir doch gerade in den letzten Jahren mit dem Wohni dort Urlaub gemacht. Die Straßen befinden sich zum Teil noch im erbärmlichsten Zustand, vor allem in den dünn besiedelten Gegenden. Nur sind das eben Straßen, die aus kommunalen/Kreismitteln finanziert werden. Die Unterfinanzierung hier betrifft auch den Westen, nur dass man hier einfach noch mehr Substanz hat, von der man zehren kann, bis sie auch aufgebraucht ist. Die Kommunen stehen Ost wie West mit dem Rücken zur Wand und die paar medial herausstechenden Leuchtturmprojekte überdecken das ganz große Problem in unserem Land, nämlich, dass die Kommunen die Erhaltung der Straßeninfrastruktur kaum noch stemmen können.
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 11.11.2025 07:14 - vor 3 Monaten
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schrubber schrieb:
Du holst sehr weit aus und bringst noch Aspekte ins Spiel, die wenig mit der Infrastruktur zu tun haben, weil es schlicht unterschiedliche Zuständigkeiten und Steuertöpfe betrifft.
Das wollte ich auch noch anmerken, danke! Man kann eine Autobahn oder Bundesstraße nicht mit einer Landstraße vergleichen, mit einer Kreisstraße oder gar einem Weg im Ort, der in den 70ern von Anwohnern selbst angelegt wurde.
LG
Klaus
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KSR1
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 11.11.2025 07:57 - vor 3 Monaten
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Was ich mich schon länger frage, ob wir nicht in den 60ern und 70ern vielerorts einfach zu viele Straßen gebaut haben.
Zwei Beispiele aus meiner Nähe:
Eine Kreisstraße, welche geschlossen wurde, weil die Bundesstraße quasi nebenan liegt und nur knappe 2min. Umweg bedeutet.
Ein Ort, der keine 500 Einwohner hat, aber dennoch aus drei Richtungen erreicht werden kann, davon 2x aus derselben Stadt.
Eine gesperrte Straße, für welche 3 Umleitungsmöglichkeiten bestehen, die allesamt nur einen geringen Zeitverlust verursachen.
Wäre es nicht ratsam zu schauen, wo man optimieren kann und evtl. auch Strecken aufgegeben werden können?
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 11.11.2025 08:09 - vor 3 Monaten
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Vorausgeschickt, nachfolgendes soll bitte keiner in den falschen Hals bekommen, das soll keine Kritik sein und es gehört in einer Solidargemeinschaft einfach mit dazu.
Beim "Aufbau Ost" sollte man nicht die sozialen Transferleistungen vergessen (Renten- und Arbeitslosenversicherung) und auch den Umtauschkurs von 1:1 bzw. 2:1.
Mir liegt es fern, auch nur eine DM oder einen EURO zu beklagen, die in den Osten gegangen sind. Man sollte aber bei der Beurteilung auch das Gesamtpaket betrachten.
Es ist mühselig, hier rein über die finanzielle Seite zu diskutieren. Viel schlimmer wiegen für mich solche Dinge, dass wie häufig plakativ gesagt, nur der Rechtsabbiegepfeil von den positiven Seiten der DDR übriggeblieben ist und dass auch heute noch nur 12% der Führungspositionen im Osten durch Ostdeutsche besetzt sind.
eppf
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 11.11.2025 08:52 - vor 3 Monaten
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KSR1 schrieb:
Während bei uns rund 5 Jahre später die ersten Autobahnbrücken einstürzten bzw. gesperrt und abgerissen werden mußten. Dafür sind zwar aus meiner Sicht die späteren Regierungen Merkel und ggf. Schröder verantwortlich.
KSR1 schrieb:
Aus meiner Sicht das größte Problem der vergangenen Ampel Regierung:
Das widerspricht sich doch an sich. Nicht einmal vier Jahre Ampel sehe ich nicht als das Hauptproblem, auch wenn die FDP viele was notwendig wäre blockiert hat. Am Ende haben die Auswirkungen von Corona und Putins Angriffskrieg die Prioritäten massiv verschoben.
Das Problem liegt doch vorher an den ganzen schwarz geführten Regierungen mit Regierungschefs die es sich über mehrere Amtszeiten bequem gemacht haben und sich mehr auf den eigenen Machterhalt konzentriert haben statt langfristig das Land zu lenken. Kohl hat sich durch die Wiedervereinigung seine Wählerstimmen besorgt und Merkel hat es sich durch Nichtstun in den fetten Jahren bequem gemacht. Sie hat ja gesehen was passiert wenn man wie Schröder aktiv mal was macht und dem Volk was zumutet, man wird abgewatscht. Gerade Merkel hätte in den Jahren wo das Land vom Wohlstandsspeck gelebt hat mal alles anpacken müssen. So haben wir enorm viel Zeit verloren und alles kostet jetzt noch viel mehr.
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Letzte Änderung: 11.11.2025 08:53 von Andi_mit_i.
Toyota Auris TS Hybrid ab 2020
Honda Jazz Hybrid 2014-2020
Honda Jazz 1.4 CVT 2005-2014
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Aw: Marode Straßeninfrastruktur 11.11.2025 08:58 - vor 3 Monaten
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schrubber schrieb:
Wäre es nicht ratsam zu schauen, wo man optimieren kann und evtl. auch Strecken aufgegeben werden können?
Dabei aber bitte nicht andere Verkehrsmittel vergessen und nur das Auto betrachten. Hier an der Mosel ist seit geraumer Zeit ein Stück Uferstraße gesperrt. Radfahrer fahren bitte schon frühzeitig 200 Höhenmeter hoch in den Hunsrück und 5 km Umweg. Mit dem Auto fahre ich halt 10 Min früher los und alles ist in Butter.
LG
Klaus
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KSR1
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